Erbfolgekrieg statt vernünftiger Strukturpolitik

PRESSEMITTEILUNG

Ein Gründerzentrum für Internet und digitale Medien in München macht strukturpolitisch keinen Sinn – Nürnberg als IT-Standort hat das Nachsehen

Den im Wirtschaftsausschuss am 06. Februar 2014 verkündeten Vorstoß der Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, das neue Gründerzentrum für Internet und digitale Medien in München anzusiedeln, kritisieren die beiden Nürnberger Abgeordneten von Bündnis 90/ Die Grünen, Verena Osgyan und Markus  Ganserer, aufs Schärfste.

Markus Ganserer, Mitglied im Wirtschaftsausschuss, hat diese Entscheidung als strukturpolitisch widersinnig kritisiert. „Die Boomtown München, mit explodierenden Mietpreisen und extremer Wohnraumverknappung, benötigt nun wirklich keine Wirtschaftsförderung.“ Mit dieser Entscheidung wurde ein weiteres Mal eine Gelegenheit vertan, für gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Land zu sorgen. Die Stadt Nürnberg hätte die Ansiedlung viel nötiger, hier hätte man strukturpolitisch die Möglichkeit gehabt, die Stadt bei der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen zu unterstützen.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und netzpolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag, Verena Osgyan, sieht in der Entscheidung eine vertane Chance. „Wenn das Heimatministerium von Finanzminister Söder nun schon die Digitalisierung betreuen soll, hätten sich mit dem Gründerzentrum bestimmt Synergien schaffen lassen können. Zumal wir in Nürnberg bereits eine sehr aktive IT-Gründerszene haben die sich mit Initiativen wie der Nürnberg Web Week oder den jährlichen Barcampsbayernweit profiliert hat.“

So ist die Metropolregion Nürnberg schon heute unter den TOP 10 Standorten in Europa in der Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche. Hier sind mehr als 100.000 Beschäftigte in über 7.000 Unternehmen tätig. Damit liegt die Frankenmetropole mit 10% Arbeitnehmern im IKT-Sektor weit über dem Durchschnitt Bayerns (6,1 Prozent) und Deutschlands (4,7 Prozent).

„Auch soll es hier in Zusammenarbeit mit der IHK ja künftig ein Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft geben. Anstatt dem allen Rechnung zu tragen und in Nordbayern einen Förder-Schwerpunkt rund um Digitalisierung und neue Medien zu setzen, wird entlang der Ministeriumszuschnitte ein disparater Flickerlteppich gebastelt.“, ergänzt Osgyan.

Nach Ansicht der beiden Landtagsabgeordneten ist der Erbfolgekrieg um Seehofers Nachfolge bereits in vollem Gange. „Wir fordern die Wirtschaftsministerin auf, die Standortfrage nicht nur aus Gründen der persönlichen Profilierung zu entscheiden und neu zu überdenken.“

 

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