Quellkollektiv – Nürnbergs kreatives Biotop braucht Unterstützung!

ORTSTERMIN

Der Verein „Quellkollektiv“, eine rund 50köpfige Crew aus FotografInnen, DesignerInnen, ModemacherInnen, KünstlerInnen und Handwerkern aus verschiedenen Bereichen nahm seinen Anfang im Quelle-Gebäude, in dem die Künstler und Künstlerinnen residierten und arbeiteten. Nach dem Verkauf des Gebäudekomplexes an den Investor Sonae Sierra hingen sie buchstäblich in der Luft und mussten lange Zeit dafür kämpfen auf dem Gelände bleiben zu können. Das ist ihnen nun zumindest mit einem Zwischenutzungsvertrag im ehemaligen Heizhaus des Quelle-Gebäudes gelungen. Doch für sein Ziel, ein kreatives Biotop in Nürnberg zu schaffen, muss der Verein weiterhin hart kämpfen.

Zusammen mit ihrer Grünen Kollegin Britta Walthelm, kulturpolitische Sprecherin der Grünen Stadtratsfraktion und Helge Wütscher, im Vorstand des Verbands bildender Künstler und Künstlerinnen Nürnberg/Mittelfranken traf sich Verena deshalb am 29. Juli 2016 zu einem Austausch mit Peter Kunz, Vorstand des Quellkollektivs sowie Karsten Barnett, ebenfalls Mitglied im Verein.

So sehr sich die Künstler und Künstlerinnen über den Umzug freuen, es ist nicht ganz einfach, denn zum einen ist der Vertrag für das Heizhaus bis 2019 befristet und somit die Zukunft ungewiss. Zum anderen konnten die Künstler und Künstlerinnen zwar die Ateliers bezeihen, aber ihre Arbeit noch nicht aufnehmen, denn geforderte Umbaumaßnahmen zum Brandschutz, Statik und Lärmbelästigung befinden sich in der Aktenschleife.

Der Verein freut sich über sein neues „Zuhause“, hat jedoch den Eindruck, dass die Stadt Nürnberg kein wirkliches Interesse an einer Entwicklung der freien Kulturszene habe und Finanzen lieber in die kuratierte Form von Kultur investiere., so Peter Kunz und Karsten Barnett. Das sei ebenfalls begrüßenswert und für viele Bürgerinnen und Bürger zugänglich, doch Kunst und Kultur können nur in unformatierten Räumen und aus eigenem Antrieb entstehen. Das ist nämlich das Konzept, das der Verein „Quellkollektiv“ vertritt und leben will.

Diesem Ziel soll die große Werkstatt dienen, die gerade im Entstehen ist. Hier werden Handwerker und Künstler allein oder auch zusammen arbeiten.  Sie wollen Kindern und Jugendlichen sowie interessierten Bürger  die Möglichkeit geben, in Workshops oder eben auch allein zu werkeln.  Die Vereinsmitglieder sollen dabei den Bürgern bei ihren Aktivitäten in der Werkstatt als Ansprechpartner zur Seite stehen. Das Stadtteil Eberhardshof brauche das, denn hier gebe es noch zu wenig kulturelle und kreative Angebote. Die Bewohner bleiben eher unter sich und genau das wollen die Künstler und Künstlerinnen ändern.

Von der städtischen und landesweiten Politik wünschen sie sich nicht nur ein offenes Ohr, sie brauchen zum Arbeiten und Leben auch finanzielle Mittel, die sie momentan eher über Fördertöpfe von Bund und EU versuchen zu aquirieren. Mehr aber wünschen sie sich eine längerfristige und nachhaltige Verortung in Nürnberg und, dass die Stadt Nürnberg die freie Szene fördert, ideell aber vor allem auch finanziell. Das gilt auch für den Kulturfonds des Freistaats Bayerns, der die Stadt Nürnberg aus der Förderung des Kulturfonds ausschließe und die mannigfaltige und bedeutende freie Szene ignoriere, bilanziert Verena Osgyan. Britta Walthelm und Verena Osgyan versprachen, an diesen Themen im Stadtrat und im Landtag hartnäckig dranzubleiben.

 

 

 

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