Faire Vergütung für Lehrbeauftragte

GRÜNE WOCHE

In dieser Woche wurde unser grünes Antragspaket zur Verbesserung der Lehrbeauftragten an Hochschulen im Wissenschaftsausschuss des Landtags beraten. Darin fordern wir die Staatsregierung auf, für eine faire Vergütung der Lehrbeauftragten zu sorgen, ihre Personalvertretung und Mitbestimmungsrechte in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung zu verbessern, Dauerstellen für Daueraufgaben zu schaffen und den Lehrbeauftragten bessere Karriere- und Entwicklungschancen zu ermöglichen.

Denn die Lage der Lehrbeauftragten an Bayerns Hochschulen ist prekär. Besonders ihre Entlohnung mit einem Stundenlohn von gerade einmal 30 Euro ist besorgniserregend. Vor- und Nachbereitungszeit werden nicht bezahlt und es besteht kein Anspruch auf Lohnfortzahlung, Urlaub, Kündigungsschutz oder Mindestlohn. Der Arbeitgeber hat zudem keine Sozialversicherungspflicht. Es gibt immer mehr Lehrbeauftragte, die über mehrere Lehraufträge parallel verfügen und somit ihren Lebensunterhalt hauptberuflich mit Lehraufträgen bestreiten. Ursprünglich waren Lehraufträge dazu gedacht, einen Impuls aus der Praxis zu vermitteln. Mittlerweile werden aber an einzelnen Fakultäten bis zu 80% der Lehre nicht von regulär Beschäftigen, sondern über Lehraufträge abgegolten.

„Von einem ergänzenden Charakter der Lehraufträge, wie es das Bayerische Hochschulpersonalgesetz festschreibt, kann längst nicht mehr die Rede sein.“, so Verena Osgyan, Sprecherin für Hochschulpolitik der Landtags-Grünen. Besonders Sozial- und Geisteswissenschaften – und hier vor allem die Sprachenzentren – sind davon betroffen, aber speziell auch Kunst- und Musikhochschulen.
Im Wissenschaftsausschuss haben wir einen grünen Teilerfolg erreicht, da unser Antrag für eine faire Vergütung (modifiziert) angenommen quesw. Das ist ein erster Schritt, um die materielle Lage der Lehrbeauftragten an allen Hochschulen und auch an den Musikhochschulen zu verbessern.
Rosi Steinberger, die den Antrag im Wissenschaftsausschuss mit großem Nachdruck vertreten hat: „Offensichtlich war der öffentliche Druck so groß, dass die CSU sich zumindest bei einem Punkt bewegen musste. Wir werden aber auch bei den Themen Mitbestimmung, Interessenvertretung, Aufstiegs- und Entwicklungschancen nicht lockerlassen.“
Anfang der Woche hatten die Lehrbeauftragten an Bayerns Musikhochschulen vor der Bayerischen Staatskanzlei demonstriert. Hier waren wir natürlich auch mit unserer Fraktion vertreten, um die Forderungen der Lehrbeauftragten an die CSU-Regierung lautstark zu unterstützen.

Das grüne Antragspaket gibt es hier

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