Besuch beim Nürnberger Frauennotruf

ORTSTERMIN

Auf Einladung der Geschäftsführerin Sabine Böhm, besuchte die Landtagsabgeordnete Verena Osgyan im Dezember 2013 die Fachberatungsstelle des Frauennotrufes in Nürnberg.

Themen waren insbesondere die aktuelle Lage des Vereins, seine drängensten Problemfelder, sowie die politischen Forderungen die sich zur Verbesserung der Situation der Bayerischen Frauennotrufe ergeben.

Grundsätzlich arbeiten Frauennotrufe als Fachberatungsstellen zur sexualisierten Gewalt in all ihren Erscheinungsformen, wie Vergewaltigung, sexueller Missbrauch oder sexuelle Belästigung. Die Unterstützung reicht von kurzfristiger Krisenintervention, persönlicher Beratung bis zu einem breiten Informationsangebot rund um den Themenkomplex.

Ein grundsätzliches Problem sei eine dauerhafte Finanzierung der Frauennotrufe.  „Die Forderung, nach einer klar geregelten Finanzierung der Notrufe, unterstützen wir seit Jahren. Es kann nicht sein, dass so wichtige Einrichtungen immer vom Goodwill der Politik abhängig sind, da braucht es endlich Planungssicherheit“, so Verena Osgyan.

Dass die Mitarbeiterinnen der Frauen-Notrufe fachlich breit aufgestellt sind, zeigte sich auch in der angesprochenen Themenvielfalt. Ob es um K.O.-Tropfen gehe oder um Cyber-Mobbing, die Fragen sind so vielschichtig, dass die therapeutischen Zusatzausbildungen und intensiven Fort- und Weiterbildungen und der kollegiale Austausch unabdingbar seien.

Dass digitale, sexualisierte Gewalt in den vergangenen Jahren zugenommen habe sei ebenso erschreckend, wie die Tatsache, dass die betroffenen Mädchen immer jünger werden.  So sei die Anzahl der Jungen Frauen ab 14 Jahre, die Hilfe suchen, regelrecht explodiert. Not tue hier vor allem die Aufklärung in den Schulen.

Theano Rooch, verantwortlich für die barrierefreie Unterstützung erläuterte, dass das Thema sexuelle Gewalt an Frauen und Mädchen mit Behinderung in unserer Gesellschaft besonders tabuisiert sei. Diesen Frauen falle es ganz besonders schwer, Hilfe zu finden.

Sabine Böhm erklärte auch die Zusammenarbeit mit der Polizei, die zwar im Umgriff der Großstädte gut sei, es auf dem Land aber oft noch an der Sensibilität mangele. Sie forderte daher verpflichtende Schulungen in der Ausbildung von Polizistinnen und Polzisten.

Verena Osgyan zeigte sich beeindruckt von der Qualität und vom Umfang der Beratungen des Notrufes und den umfassenden Hilfestellungen für Opfer von sexualiserter Gewalt. „Leider können wir das Thema Gewalt gegen Mädchen und Frauen noch längst nicht ad acta legen,  deshalb bin ich froh, um jede qualifizierte Einrichtung, die wir ideell und finanziell unterstützen müssen.“

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