Streetwork als Teil der Jugendarbeit ernst nehmen

INFOTERMIN

Am 10. April 2014 traf sich Verena Osgyan mit Frank Cyranek, Streetworker in München und 2. Vorsitzender der LAG Streetwork in Bayern zum Gedankenaustausch im Bayerischen Landtag. Thema war unter anderem die schwierigen Arbeitsbedingungen der rund 180 Streetworkerinnen und Streetworker in Bayern.

Deren Haupttätigkeit erstreckt sich auf die persönliche Betreuung von Jugendlichen in Stadtteilbrennpunkten. Überwiegend handelt es sich dabei um junge Männer, seltener Mädchen, die ein schwieriges familiäres und/oder soziales Umfeld vorweisen, in Folge häufig schlecht ausgebildet sind und früh in Kontakt mit Drogen oder Alkohol kommen.

Streetwork
Laut Cyranek fehle Geld und Personal an allen Ecken und Enden. Man habe nicht den Anschein, als ob diese Jugendlichen wirklich im Fokus der Politik stünden. Da die Arbeit immer anspruchsvoller und intensiver werde, sei es nötig, eine Koordinierungsstelle einzurichten. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Behörden sei mitunter auch problematisch. So werden Zuständigkeiten hin- und hergeschoben und die StreetworkerInnen häufig als „Silencer“ missbraucht.

Auch die Bayerische Bildungspolitik wurde angesprochen, da die Ausbildung der Kinder, wenn möglich in Ganztagsbetreuung, präventiv wirken könne und gerade junge Menschen mit Migrationshintergrund und Defiziten beim Spracherwerb im herkömmlichen dreigliedrigen Schulsystem immer noch viel zu häufig durch alle Raster fallen. Dass die Jugendarbeit elementare Arbeit für das Gesellschaftswohl leiste, stehe außer Frage. Ebenso sehe sie einen Ansatzpunkt in der Aus- und Weiterbildung der Polizeibeamtinnen und –beamten.

Inwieweit der Freistaat als überörtlicher Träger der Jugendhilfe hier in die Pflicht genommen werden könne, werden wir überprüfen.

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