Rückenwind für Bayerns Kommunen

PODIUMSDISKUSSION

Nach einer dreiwöchigen Reise mit über 30 Stationen in ganz Bayern, fand die Energietour der Grünen Landtagsfraktion am Freitag, den 14. März 2014 ihren Abschluss in der Metropolregion Nürnberg. Verena Osgyan war dabei mit ihren mittelfränkischen Kollegen Markus Ganserer und Martin Stümpfig einen ganzen Tag lang in ihrem Regierungsbezirk unterwegs. Neben einer Gesprächsrunde mir mehreren Energieinitiativen in Schwabach fand eine Besichtigungstour zum Thema energetische Sanierung in Fürth statt. Zum Abschluss lud die Fraktion zu einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion nach Nürnberg in die Villa Leon.

In Schwabach trafen die Grünen Abgeordneten mehrere VertreterInnen von Energieinitiativen und Naturschutzverbänden aus der Region. Nach einem kurzen Impulsreferat der Landtagsfraktion zur aktuellen energiepolitischen Lage stellte Werner Emmer die parteiübergreifende Initiative Energiebündel Roth-Schwabach vor. Der Zusammenschluss mehrerer Organisationen hat es sich zum Ziel gemacht, die Energiewende pragmatisch vor Ort voranzubringen. Ralf Hansen, Vorsitzender der Wärme-Strom-Gemeinschaft eG, stellte die Aktivitäten seiner Genossenschaft vor, die sich unter anderem auf den Betrieb von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen spezialisiert hat. Im Gespräch waren sich alle einig, dass das Geschäftsmodell der alten großen Energieversorger am aussterben ist und das neue Energiesystem dezentral geprägt sein wird. Einzig die Renaissance der Kohlekraft passe derzeit nicht in dieses Bild, so Angelika Majchrzak-Rummel vom Bund Naturschutz. Martin Stümpfig stimmte zu, dass ein Ausstieg aus der Kohlekraft in Zukunft prominenter in den Vordergrund gerückt werden müsse.

Verena Osygan, Markus Ganserer (v.li.) und Martin Stümpfig (2.v.re.) informierten sich in Fürth über Altbau-Sanierung.
Verena Osygan, Markus Ganserer (v.li.) und Martin Stümpfig (2.v.re.) informierten sich in Fürth über Altbau-Sanierung.

Es folgte ein Besuch beim Netzwerk Denkmalschutz + Handwerk in Fürth: Die energetische Sanierung im Altbau ist ein zentrales Handlungsfeld der Energiepolitik. Die CO2-Einsparpotenziale sind hier besonders hoch. Gleichzeitig müssen die Maßnahmen gerade im denkmalgeschützten Bereich fachmännisch und maßgeschneidert erfolgen. In Fürth wurde deshalb das Netzwerk Handwerk und Denkmalpflege ins Leben gerufen. Die Stadt hat mit 90 % die höchste Dichte an Einzeldenkmälern in ganz Deutschland. Alexandra Schwab, Ansprechpartnerin im Projekt Quartiersmanagement und zuständig für das Netzwerk, organisiert kostenlose Kurzseminare für Handwerksbetriebe, um für das Thema zu sensibilisieren. Während des Stadtrundgangs haben sich die Abgeordneten ein Bild über zwei Objekte machen können, an denen das Spannungsfeld zwischen energetischer Sanierung und Erhalt der ursprünglichen Gebäudecharakteristik besonders deutlich wurde. Im ersten Gebäude wurde mit modernen Baustoffen eine Innendämmung angebracht, die den Energieverbrauch erheblich reduziert. Das zweite Objekt wurde auch an der Außenhülle einer umfassenderen Sanierung unterzogen. Die ursprüngliche Optik einer Fachwerkfassade wurde anschließend wieder nachempfunden.

Der letzte Termin der diesjährigen Energietour fand dann in der Villa Leon in Nürnberg statt. Der energiepolitische Sprecher Martin Stümpfig, MdL (politischer Input) und die stv. Fraktionsvorsitzende Verena Osgyan, MdL (Moderation) haben zusammen mit ihren Gästen Josef Hasler (Vorstandsvorsitzender der N-Ergie AG), Erich Maurer (Energieagentur Nordbayern), Harald Oelschlegel (Nürnberger Energiewendebündnis), Dr. Peter Pluschke (Umweltreferent der Stadt Nürnberg) sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern darüber gesprochen, wie eine langfristige und verlässliche Energiepolitik den Weg zu einer Energiewende vor Ort ebnen kann.

Dabei ging es auch um die Frage, was Kommunen leisten können, welche Unterstützung sie benötigen  und welche Rolle/Aufgabe die kommunalen Energieversorger im Rahmen einer solchen Politik innehaben.

Peter Pluschke forderte ein schlüssiges Vorgehen auf Landes- und Bundesebene, damit die Kommunen auch tatsächlich handeln könnten. Josef Hasler sprach von großen Einsparpotenzialen, die sich durch eine bessere Koordination ergeben würden. „Die Räder müssen wieder ineinander greifen. Dann brauchen wir auch keine Deckel beim Ausbau der Erneuerbaren“, so der Chef der Stadtwerke. Gegen Ende der Veranstaltung fasste Verena Osgyan zusammen, dass die Kommunen vor allem im Wärmebereich mehr leisten müssten. „Dies setzt eine Unterstützung durch den Freistaat aber unbedingt voraus“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

 

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