Digitale Medien als Chance für die Bildung wahrnehmen!

GRÜNE WOCHE

Bei der digitalen Ausstattung und bei den Breitbandzugängen an bayerischen Schulen hakt es noch allerorten, vor allem im ländlichen Raum sind lahme Leitungen noch die Regel. Die bayerische Staatsregierung hinkt mit ihrer Strategie Bayern Digital allemal hinterher – Digitale Medien müssen als Chance wahrgenommen werden und nicht als evolutionäre Bedrohung! Auf ihrer Fraktionsklausur in Kempten haben die Landtagsgrünen dazu jetzt ein umfangreiches Positionspapier beschlossen.

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Die Botschaft der Grünen Landtagsfraktion an der Klausurtagung vom 14.-16. September in Kempten lautet eindeutig: „Bildung ist Kinderrecht“.  Das Bildungssystem muss fit gemacht werden für die Einwanderungsgesellschaft, und im Zeitalter der Digitalisierung muss zudem das Lernen im Schulalltag reformiert werden.

Zu Gast waren die Grüne NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann und Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), die in einem Gespräch über die Herausforderungen, aber auch über die Möglichkeiten der  Bildungsangebote für Flüchtlinge berichtete. Thomas Gehring dazu: Hauptaufgabe ist dabei die Integration aller Menschen in Bayern, sowohl im Schulleben als auch in der Erwachsenenbildung, um so Benachteiligung von Flüchtlingen schnell zu stoppen.
In dem Positionspapier „Bildung ist ein Menschenrecht“ zeigt die Landtagsfraktion in einem 7-Punkte-Plan ihre Forderungen unter dem Aspekt „schnell handeln, langfristig denken“ auf.  So soll das Sofortprogramm „Bildung und Förderung von Flüchtlingen“ mit 50. Mio € für 1000 Lehrkräfte im Nachtragshaushalt starten. Auch  Realschulen und Gymnasien sollen Verantwortung für Flüchtlinge übernehmen und hinsichtlich der Anerkennung der Muttersprache als zweite Fremdsprache und der Übertrittsregelung reformiert werden. Zudem muss eine landesweite „Fortbildungsinitiative Trauma“ für Lehrkräfte ins Leben gerufen werden, um grundlegende Strategien im Umgang mit traumatisierten Kindern kennen zu lernen. Die Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften, wie Dolmetscher, Schulpsychologen und Schulsozialarbeitern muss ausgebaut werden. Die berufliche Integration von Flüchtlingen und AsylbewerberInnen muss nach dem Prinzip „3+2“ (3 Jahre Ausbildung und 2 Jahre berufliche Tätigkeit) gefördert werden. Zudem ist die Einrichtung von interdisziplinären und überörtlichen Fachberatungsstellen unbedingt erforderlich.

Medienpädagogik ist mehr als ein Fach
Den Wandel im Zeitalter der Digitalisierung will die Landtagsfraktion unter dem Leitbild des „digitalen Citoyens“ (digitale Bürger) aktiv mitgestalten:  Wie aus dem Vortrag von Referentin Dr. Julia Gerick, Institut für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund, hervorgeht, liegt die Medienkompetenz der Jugendlichen in Deutschland trotz uneingeschränkten Zugang zum Internet nur im mittleren Bereich bei einem Ländervergleich. Um die Jugendlichen zu fördern, muss sich die Medienpädagogik als Aufgabe aller Fächer im Schulleben durchsetzen und ein sinnvoller Einsatz der Medien, hinsichtlich eines Konzepts, das auf Teamarbeit, individualisiertes Lernen und eigenständiges Arbeiten setzt, unterstützt werden. Daneben fordern die Grünen in ihrem Positionspapier „Montessori 2.0- Lernen im digitalen Zeitalter“ den Ausbau der Infrastruktur an Schulen, eine medienpädagogische Bildung für Lehrkräfte, Informatik als Pflichtfach und die Nutzung von WLAN an Schulen. Im Sonderprogramm Breitbandausbau müssen Schulen  bei der Finanzierung Vorrang haben.

Verena_Osgyan_GrüneKlausur_Kempten_2015

Die dazugehörigen Grünen Antrags-pakete finden Sie hier

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